Alfred Adlers Wirken in den USA


Im Jahr 1926 brach Adler zu seiner ersten Vortragsreise in die USA auf, die sehr erfolgreich verlief. Ein Jahr später schloss er seine Wiener Praxis. In den nächsten Jahren sollte er vorwiegend von seinen Einkünften als Vortragsreisender leben. Im Oktober 1927 nahm er am Wittenberg-Symposion in Springfield, Ohio, teil, von deren Universität er später zum Ehrendoktor ernannt wurde.

Nach seiner ersten Amerika-Reise fuhr Adler alljährlich und immer länger in die USA und verbrachte bald nur noch die Sommermonate in Wien. In den folgenden Jahren erschienen mehrere Bücher Adlers als Erstveröffentlichungen in englischer Sprache. In den USA traf er auf großes öffentliches Interesse und feierte beachtliche Erfolge für die Individualpsychologie.

Adler war sehr stark daran interessiert, im aufstrebenden und wissenshungrigen Amerika den Wettkampf mit der Psychoanalyse aufzunehmen. Er konnte den Boden für die später aus Europa eintreffenden IndividualpsychologInnen aufbereiten. Den Wettlauf mit der Psychoanalyse konnte er allerdings nicht gewinnen.

1929 erhielt er eine Gastprofessur an der Columbia-Universität in New York. Im Herbst 1932 erhielt er einen Lehrstuhl für medizinische Psychologie am Long Island College of Medicin. Im selben Jahr eröffnete er in New York eine psychotherapeutische Praxis und eine Erziehungsberatungsstelle.

Für Adler bot Amerika die besten Bedingungen für seine Arbeit. Die Zukunft der Individualpsychologie sah er dort, und nicht in Europa. Seine endgültige Übersiedelung in die USA um 1935 begründete er mit dem Unbehagen über die politische Entwicklung in seiner Heimat.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Adler auf Vortragsreisen oder in einem Hotel in New York.



[1] Vgl. dazu Edward Hoffman: Alfred Adler. Ein Leben für die Individualpsychologie. Ernst Reinhardt Verlag: München Basel 1997.