Österreichischer Verein für Individualpsychologie

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Hauptwerke Adlers

 

Alfred Adler hat ein reichhaltiges Werk hinterlassen. Eine Adler Bibliographie von Robert F. Antoch findet sich im  Klassiker "Alfred Adlers Individualpsychologie", die auch in das "Wörterbuch der Individualpsychologie" aufgenommen wurde. Immer wieder werden aber bis heute Texte von Adler gefunden, die bis jetzt nicht berücksichtigt wurden, zuletzt wurde zum Beispiel erst 2009 ein Beitrag von Adler aus dem Jahr 1930 ("Zur Atiologie und Therapie der Neurosen") aus der Wiener Medizinischen Wochenschrift wiederentdeckt und neu veröffentlicht.

Im Verlag Vandenhoeck und Ruprecht ist eine 7-bändige Studienausgabe zu Alfred Adlers Werk erschienen. 


Vier Werke Alfred Adlers wollen wir exemplarisch herausstelllen:

  • Der Aggressionstrieb im Leben und in der Neurose (1908)
  • Das Zärtlichkeitsbedürfnis des Kindes (1908)

Diese beiden Arbeiten von Adler aus dem Jahr 1908 sind stark aufeinander bezogen und zeigen sowohl seine damalige triebtheoretische Orientierung, wie auch seine frühen objektgerichteten theoretischen Ansätze: „Da zeigt sich nun in gleicher Weise die grundlegende Bedeutung des Trieblebens für Aufbau und Zusammensetzung der Psyche sowie der große Anteil des Unbewussten am Denken und Handeln,...“
Adler stellt den Sexualtrieb in eine Reihe von Trieben, auch wenn er ihm damals eine „hervorragende Rolle“ zuschreibt. Zudem sieht er die psychischen Abkömmlinge der Triebe im Vordergrund. Eines dieser Abkömmlinge sieht er im Zärtlichkeitsbedürfnis des Kindes.

 
  • Über den nervösen Charakter (1912)

Das programmatische Hauptwerk Alfred Adlers aus dem Jahr 1912 entstand kurz nach der Trennung Adlers von der klassischen Psychoanalyse. Die Grundlage seiner Theorie, die als Weiterentwicklung innerhalb der Psychoanalyse gedacht war ist in diesem Werk bereits weitgehend entwickelt. Der damals noch sehr junge „Verein für freie psychoanalytische Forschung“ war die Heimat einer neuen analytischen Schule in Wien. In Abgrenzung von Freud wurde dort die Theorie vom Minderwertigkeitsgefühl und dessen Kompensation, dem zielgerichteten Individuum unter Einbeziehung sozialpsychologischer Ansätze entwickelt und diskutiert.

 
  • Menschenkenntnis (1927)

Dieses 1927 erstmals erschienene Werk ist wahrscheinlich Adlers bekanntestes Werk. Es wurde ein Erfolg mit Millionenauflage und Übersetzungen in zahlreiche Sprachen. Adler gliederte sein Werk in zwei Kapitel. Einem allgemeinen Teil, in dem er die allgemeinen theoretischen Grundlagen auf systematische Weise darstellt folgt ein spezieller Teil „Die Lehre vom Charakter“.

 
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