Wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Vernunft


Eine psychologisierende Demagogie erschafft falsche Bilder in den Köpfen der Menschen und verwirrt politisches Orientieren und Handeln.

Vernunftbegründete Kritik an immer obszöner werdenden Einkommens- und Vermögensunterschieden wird als persönlicher ‚Neid' diffamiert. Damit werden Menschen abgebracht, z.B. für Steuern auf Vermögen einzutreten, von denen in Österreich das reichste Promill etwa genau so viel besitzt wie die ärmere Hälfte aller ÖsterreicherInnen. Dadurch fehlen weiterhin Ressourcen für das Gemeinwohl.

Anstatt den offensichtlichen Zusammenhang von sozialer Deklassierung, Ausgrenzung, Demütigung einerseits und Gewaltbereitschaft andererseits darzustellen, werden vergleichsweise harmlose Einflüsse wie Computerspiele als Ursache von Gewalt hervorgehoben.

Individuelle „Gier" wird als Ursache der Wirtschaftskrise ausgegeben. Damit wird davon abgelenkt, dass sinkende Reallöhne sowohl die Kreditblase ‚notwendig gemacht' haben als auch den Geldüberschuss für die wilden Spekulationen erzeugt haben. Die Gierthese vernebelt darüber hinaus den Blick darauf, in welcher Weise pathologische Persönlichkeitsstrukturen unser kapitalistisches Wirtschaftssystem erst am Laufen halten.

Der anhaltende Abwehrkampf gegen Frauen in maßgeblichen öffentlichen Feldern wird durch eine Wiederbelebung alter Mythen der Geschlechterdifferenz vernebelt.

Wir tragen dazu bei, dass Menschen sich selber und gegenseitig verstehen. Das kann sie gegen Manipulationen wappnen und zu einem Handeln mit Eigensinn ermächtigen.

Mag. Taha Nasr
Dr. Eva Novotny
Mag. Dr. Martin Schürz

 

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